„Unter uns“ trifft Wilden Westen

Große Emotionen, gigantische Explosionen, atemberaubende Stunts und rasante Reitszenen sind die Markenzeichen der Karl-May-Festspiele im sauerländischen Elspe. Wenn am 23.06.2016 zum ersten Mal seit 33 Jahren die Inszenierung „Winnetou II – der Kampf um Öl“ Premiere feiert, werden auch zwei „Unter Uns“-Stars mit dabei sein: Kai Noll und Sebastian Kolb.

Kai Noll gehört in seiner Rolle als Rufus Sturm bereits seit 2003 zum Hauptcast von „Unter Uns“ und reitet in seiner nunmehr siebten Saison beim Elspe Festival wieder als Old Shatterhand an der Seite des Titelhelden Winnetou, dargestellt von Jean Marc Birkholz, über die große Freilichtbühne. Als Gegner bekommen die Blutsbrüder es in diesem Jahr mit Parranoh zu tun. Dieser wird dargestellt von Sebastian Kolb, der seit April 2018 im Nebencast als Marc Reichert vor der Kamera steht.

Im Stück geht es um Ölfunde im Grenzgebiet der Apatschen und Assiniboins. Sie locken nicht nur friedliche Siedler, sondern auch skrupellose Verbrecher ins Indianerland. Einer von ihnen ist Parranoh, der zu Anfang der Inszenierung für den Tod der Indianerin Ribanna verantwortlich ist. Bei dem Versuch sie aus der brennenden Blockhütte zu retten, kann Winnetou nur ihren Sohn Harry aus den lodernden Flammen retten, ehe die Blockhütte explodiert. Für Ribanna kommt seine Hilfe zu spät. Mit einem Zeitsprung von sieben Jahren geht das Stück weiter. Winnetou und Old Shatterhand treffen erneut auf Parranoh der es geschafft hat, als Weißer zum Häuptling der Assiniboins gewählt zu werden. Nur dem entschlossenen Eingreifen der Blutsbrüder ist es zu verdanken, dass Parranoh das verbrecherische Handwerk gelegt wird. Er wird von einem Flammenteppich in die Tiefe gerissen, als ein Ölfeld samt drei Öltürmen in die Luft fliegt.

Kai Noll, dessen „Unter Uns“-Ego Rufus Sturm ein fürsorglicher Vater und verlässlicher Partner ist, steht in Elspe ebenfalls als positiver Heldencharakter auf der Bühne. Er erfüllt sich seit Jahren mit der Rolle des Old Shatterhand einen Jugendtraum. Die Doppelbelastung von Dreharbeiten und Freilichtbühne merkt man Kai Noll auf der Bühne nicht an. Engagiert, gut gelaunt und frisch spielt er seine Rolle. Dass er sich auch privat mit dem Darsteller seines Blutsbruders Winnetou, hervorragend versteht, verstärkt das harmonische Zusammenspiel der beiden Schauspieler.

Fans von Sebastian Kolb haben in Elspe Gelegenheit ihn in einer ganz anderen Rolle zu sehen. Während bei „Unter Uns“ seine Rolle Marc Reichert eher zum Typ Schwiegermamas Liebling gehört, ist der Parranoh in Elspe ein luziferischer Charakter, bei dem das Publikum lange nicht weiß, ob er zu den Guten oder den Bösen gehört. Erfahrungen auf der großen Naturbühne kann er allerdings auch schon vorweisen, gehörte er doch in den Jahren 2014 und 2015 bereits zum Ensemble.

Die Karl-May-Spiele in Elspe stehen für Unterhaltung im Cinemascope-Format. Auf der 96 m breiten, 32 m tiefen und 18 m hohen Bühne haben Schauspieler und Stuntleute einen großen Abenteuerspielplatz, auf dem sie ihre Fähigkeiten ausspielen können. Helden, Schurken und skurrile Typen, schnelle Pferde, eine rasante vierspännige Postkutsche, packende Zweikämpfe, eine majestätische Dampflok und eine Pyrotechnik, die auf deutschen Bühnen ihres gleichen suchen dürfte, machten die Actionunterhaltung komplett und versprechen schnelle und farbenfrohe Bilder. Über 60 Schauspieler, Stuntman und Statisten gehören zum Ensemble, dazu rund 40 Pferde und ein Adler.

Wer einen Besuch der Karl-May-Festspiele in Elspe plant, sollte allerdings rechtzeitig anreisen. Die Stuntshow „Willkommen in Fort Boyard – Die letzte Chance“, die Pferdeshow „Working with Horses“, die Dressurshow „Dancing Dogs“, sowie eine Show mit den festspieleigenen Greifvögeln sorgen bereits vor der Karl-May-Aufführung für Unterhaltung und ein Ganztageserlebnis. Wer nach den Karl-May-Festspielen noch nicht gleich nach Hause möchte, kann auch noch eine einstündige Bühnenführung hinter die Kulissen der Freilichtbühne dazu buchen. Eintrittskarten und weitere Informationen gibt es unter www.elspe.de.

Text: Silke Melz
Fotos: Elspe.de