Das RTL-Hochzeitsinterview mit Lars Steinhöfel und Timothy Boldt – Teil 2

Weiter geht’s mit Teil 2 des RTL-Interviews. Lars Steinhöfel und Timothy Boldt sprechen über den #Ringsy-Erfolg, Homophobie und homosexuelle Liebe im TV.

Hättet ihr jemals gedacht, dass #Ringsy so beliebt bei den Fans werden würde?
Lars: Tatsächlich konnte man sich die Beliebtheit der Geschichte nicht mal im Traum vorstellen. Aber es zeigt, dass das Thema Homosexualität im TV aktueller denn je und auch wichtig für den Zuschauer ist.

Timothy: Auch ich war total überrascht, was das für eine Eigendynamik entwickelt hat. Mittlerweile feiere ich das und für mich ist es auch der ultimative Beweis dafür, dass die Chemie zwischen Lars und mir einfach stimmt.

Aus welchen Ländern der Welt bekommt ihr Fanpost und was schreiben euch eure Anhänger?
Timothy: Ein fast schon surreales Erlebnis hatte ich vor kurzem in Toronto. Da hat mich ein junges Mädchen aus Mexiko angesprochen, die auch dort Urlaub gemacht hat. Ich habe sofort mit ihr eine Insta-Story gemacht, sonst hätte mir das ja keiner geglaubt.

Lars: In Zeiten von Social Media ist es natürlich einfacher sich mit den Fans aus aller Welt zu connecten und das macht es um Weiten persönlicher. Wir bekommen Nachrichten aus allen Teilen der Welt und die Fans gehen sogar so weit, unsere Folgen auf Englisch zu untertiteln, damit mehr Leute mitfiebern können.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der gleichgeschlechtlichen TV-Partnerschaft bisher gemacht?
Lars: Die sexuelle Umorientierung meiner Serienfigur brachte neue Facetten und Möglichkeiten Easy in weiteren spannenden Geschichten einzubauen. Der Zuschauer musste sich anfangs zwar erst umgewöhnen aber mittlerweile ist Ringo von Easys Seite nicht mehr wegzudenken.

Timothy: Ich kann nur sagen, dass das Feedback nicht nur überwiegend, sondern fast ausschließlich positiv ist. Das Lob gebe ich auch gerne weiter an unsere Autoren, denn die haben eine klare Vision für #Ringsy und bedienen Klischees nur da, wo es wirklich passt.

Also stoßt ihr nicht auf Ablehnung?
Timothy: Doch, die gibt es auch. Oft geht es aber um gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Allgemeinen. Da unterscheide ich klar zwischen zwei Kategorien von Kritik: Die erste beurteilt meine Leistung als Schauspieler. Kauft ein Zuschauer meiner Serienfigur die Liebe zu einem anderen Mann nicht ab, nehme ich das sehr ernst und hinterfrage das. Aber dann gibt es noch die zweite Kategorie, da geht es ums Prinzip. Solche Zuschauer finden gleichgeschlechtliche Paare kategorisch schlecht, ob nun bei „Unter uns“, bei „Modern Family“ oder in der „Tagesschau“. Das nehme ich mir dann nicht zu Herzen, denn das hat nichts mehr mit mir zu tun.

Lars: Das hast du schön gesagt; dem ist nichts hinzuzufügen.

BESCHREIBUNG

Ist es wichtig, dass die Geschichte zweier Männer, die sich lieben, im TV gezeigt wird?
Timothy: Ich möchte das mal ganz konkret beantworten. Ich bekomme eine nicht unerhebliche Anzahl an Briefen von jungen Menschen. Die sich trotz Social Media die Zeit nehmen, mir Ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Die mir davon erzählen, wie sie jahrelang mit sich gerungen haben in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung. Und dann schreiben, dass Ringos Geschichte ihrer eigenen ähnelt und dass sie bei seinem Coming out total mitfühlen konnten. Also ja, ich finde es ist wichtig.

Lars: Viele Menschen sind heutzutage immer noch nicht aufgeklärt, was dieses Thema angeht. Gerade in einem Umfeld, in dem die gleichgeschlechtliche Liebe ein Tabuthema ist, kann eine täglich ausgestrahlte Serie für mehr Toleranz sorgen.

Habt ihr Homophobie am eigenen Leib erlebt?
Timothy: Wenn ich auf meine Serienrolle angesprochen werde heißt es oft: Der ist ja schwul. Das ist selten abwertend gemeint. Viel interessanter ist, dass meine Rolle ja eigentlich bisexuell ist, das aber anscheinend bei den Leuten nicht hängen bleibt. Ansonsten gebe ich die Frage gerne weiter an Lars.

Lars: Ja habe ich, aber es lässt mich relativ kalt. Das mag auch daran liegen, dass ich mit mir selbst im Reinen bin und mich öffentlich zu meiner Homosexualität bekannt habe. Damit möchte ich verbale Attacken aber nicht verharmlosen, denn es gibt immer Menschen, die das sehr verletzt. Wenn es dann sogar zu körperlicher Gewalt kommt, hoffe ich auf Zivilcourage und die volle Härte des Rechtsstaates.

In Kürze findet ihr den dritten und letzten Teil des Interviews bei uns. Schaut also wieder vorbei!


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Fotos: TVNOW/Stefan Behrens