Seit fast 20 Jahren steht Patrick Müller als Tobias Lassner für „Unter uns“ vor der Kamera. Seit 2024 spricht der Schauspieler offen über seine Depression. Nun schilderte er gegenüber RTL.de noch einmal ausführlich den Moment, an dem sein Körper nicht mehr weitermachen konnte.
Zwar halfen ihm die tägliche Arbeit im Studio und ein geregelter Tagesablauf, dennoch fühlte er sich zunehmend kraftlos. Auch den Anforderungen des Familienalltags mit seiner fünfköpfigen Familie konnte er irgendwann nicht mehr gerecht werden. Er selbst hatte das Gefühl, seiner Frau Joy zur Last zu fallen.
Heute vermutet der 38-Jährige, dass ihn die Erkrankung möglicherweise schon seit seiner Kindheit begleitet hat. Bewusst diagnostiziert wurde die Depression allerdings erst vor rund drei Jahren – nach einem schweren Zusammenbruch. „Ich hatte wirklich einen ganz klassischen Zusammenbruch. Mein Körper hat einfach gesagt: ‘So geht es nicht mehr.’ Ich kam nicht mehr hoch”, erinnert sich der „Unter uns“-Star im Video bei RTL.de. Auch das bedrückende Gefühl auf der Brust, von dem viele Betroffene berichten, habe er selbst erlebt. Erst diese schwere Phase habe ihn schließlich dazu bewegt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Rückblickend sagt Patrick selbstkritisch: „Die Hilfe hätte ich wahrscheinlich viel früher gebraucht.”

Drei Jahre lang befand sich Patrick Müller in psychotherapeutischer Behandlung. Diese musste inzwischen jedoch aufgrund der geltenden Regelungen im Gesundheitssystem vorerst beendet werden. „Ich bin jetzt quasi gezwungen, eine Therapiepause zu machen”, erklärt er. Nach einer bestimmten Behandlungsdauer müsse der Therapeut gewechselt werden. Das halte er grundsätzlich für sinnvoll, da ein neuer Blickwinkel hilfreich sein könne. Für ihn bedeute das jedoch auch eine unfreiwillige Unterbrechung seiner Behandlung.
Dass es ihm heute deutlich besser geht, verdankt Patrick Müller vor allem seiner Frau Joy und seinen Kindern, die ihm den wichtigsten Halt geben. „Am Ende des Tages ist meine Frau mit die größte Stütze, die ich habe. Alles, was ich liegen lasse, fängt sie auf”, erzählt der Schauspieler. Auch mit seiner Tochter spricht er offen über seine Depression. Schließlich seien Depressionen „ein Teil von mir”. Deshalb wolle er seine Erkrankung nicht verheimlichen.

Zum Abschluss richtet Patrick Müller einen eindringlichen Appell an alle Betroffenen. Wer das Gefühl habe, Hilfe zu benötigen, solle sich nicht mit anderen vergleichen, sondern Unterstützung suchen. Gleichzeitig bittet er Angehörige um Geduld: „Gebt den Betroffenen den Raum, unterstützt, wo ihr könnt – aber übernehmt euch auch nicht. Am Ende des Tages müssen wir es selber wollen.”
Depressionen: Hier bekommt ihr Hilfe
Wenn ihr unter Depressionen leidet und/oder Selbstmord-Gedanken habt, wendet euch bitte sofort an die Telefonseelsorge (www.frnd.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreicht ihr Menschen, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Fotos: RTL/Sebastian Meyer/Stefan Behrens