Für das SZ Magazin haben sich im Jahr 2021 185 lesbische, schwule, bisexuelle, queere, nicht-binäre und trans* Schauspielerinnen und Schauspieler geoutet. Darunter auch die „Unter uns“-Stars Lars Steinhöfel (Easy Winter), Constantin Lücke (Till Weigel), Pierre Sanoussi-Bliss (Adam Wolters) und Josia Krug (Harry Ross) – die alle schon länger kein Geheimnis daraus machen, dass sie der Community angehören. Mit dabei war auch „Unter uns“-Newcomer Richard Lingscheidt.
Wir haben den Schauspieler gefragt, warum für ihn dieser Schritt wichtig war: „Dazu muss ich ein bisschen ausholen… Ein befreundeter Schauspieler hatte mich ‚dazugeholt‘, die Kampagne hatte damals Slogans wie ‚Wir sind schon da‘ oder ‚Wir müssen nicht sein, was wir spielen‘ und Beispiele gebracht: ‚Henry Cavill kann nicht fliegen, trotzdem spielt er Superman.‘ Das hat mich angesprochen, denn in der Kreativ-Industrie gab bzw. gibt es immer wieder eine Reduktion auf Teilaspekte deines Lebens. Und das trifft nicht nur auf sexuelle Orientierung/Identität zu, Hautfarbe ist da natürlich offensichtlicher. Aber auch Dinge wie: ‚Ja, das ist halt die Dicke, die kann nur lustig‘ oder ‚Der ist zu klein für das Love-Interest‘ etc. Man stelle sich vor, man bekäme einen ’normalen‘ Job nicht, obwohl man qualifiziert ist und Favorit, weil man … braune Augen hat? Die Nase zu ‚hässlich‘ ist? Und so was passiert noch zu oft.“

„Daher habe ich für mich mit ActOut da angesetzt, was mich betrifft – und ich finde, das sollte jeder für sich mit seinem Thema tun. Ich würde mir generell sehr wünschen, auch gesamtgesellschaftlich, dass wir mehr darauf schauen, wie jemand ist, wie sich jemand verhält – anstatt Einzelaspekte überzubewerten. Wir alle sind doch die Summe unserer Teile“, erklärt Richard weiter.

Fotos: Jake Stewart
Interview: offizieller „Unter uns“-Fanclub