Rückblick ins Jahr 1994: Björn Casapietra ist 24 Jahre alt und stand für die RTL-Daily „Unter uns“ als Armin Franke vor der Kamera. Knapp 300 Folgen spielte er die Rolle des Radiomoderators, bis er als erste Hauptrolle bei „Unter uns“ den Serientod starb. Wir blicken in einem exklusiven Interview mit dem Schauspieler und Sänger zurück auf die Anfänge und wie es dann weiterging.
Blicken wir über 30 Jahre zurück ins Jahr 1994: Damals haben Sie die Rolle des Armin Franke bei „Unter uns“ für rund 300 Folgen übernommen. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?
Björn Casapietra: Ambivalent. Ich war damals noch nicht so ein guter Schauspieler, wie ich es später wurde. Als ich später meine eigene ZDF-Serie „Nicht ohne meinen Anwalt“ hatte oder andere Rollen gespielt habe, war ich als Schauspieler gereift. Bei „Unter uns“ habe ich oft zu viel gegeben. Insgesamt glaube ich, dass ich nach und nach ein besserer Schauspieler geworden bin.

Anfang der 90er waren Daily-Soaps Neuland. Wie war die Stimmung damals am Set? Wie war die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen?
Björn: Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung, plötzlich von den Menschen auf der Straße, am Flughafen oder beim Bäcker erkannt zu werden. Das ist eine Zeit lang spannend, aber ich bin ganz froh, dass das heute nicht mehr so ist. Meine liebste Zusammenarbeit war, als ich als Armin Franke Radiomoderator in der Serie wurde und mit Lord Knud (Anm. d. Red. mittlerweile verstorben; spielte bei „Unter uns“ den City-Radio-Chef Udo Kaiser) zusammenarbeiten durfte. Eine Ikone des Radios zu seiner Zeit. Das war schon eine besondere Ehre.

Was haben Sie aus der Zeit bei der täglichen Serie für das weitere Leben mitgenommen?
Björn: Eigentlich nur, dass ich mein eigener Chef sein will. Und das bin ich heute. Ich lege fest, wie viele Konzerte im Jahr ich gebe. Ich singe in kleinen Kirchen, in kleinen Orten und in großen Städten wie Dresden, Leipzig, Rostock oder Berlin. Ich kann selber entscheiden, wie viele Konzerte im Jahr ich gebe und was ich singe. Ich bin mein eigener Chef. Ich könnte mir heute nicht mehr vorstellen, mich in großem Maße unterzuordnen. Und das ist okay so.

Warum haben Sie sich damals relativ schnell für einen Ausstieg entschieden?
Björn: Weil ich gemerkt habe, dass ich einen anderen Anspruch an mein Leben habe. Daily Soaps sind sehr oberflächlich. Es war eine Zeit lang spannend, aber dann merkte ich, dass ich doch ein bisschen mehr Anspruch haben wollte. Und das kam ja dann auch: zum Beispiel mit der Arztserie „St. Angela“ oder diversen Filmen. Das war für mich der Höhepunkt. Bei der Serie „Nicht ohne meinen Anwalt“ erinnere ich mich noch gut an eine Pressekritik. Die Serie kam dabei so lala weg, aber einen Satz werde ich nie vergessen: „Höhepunkt der Serie ist die schauspielerische Arbeit von Björn Casapietra.“ Das mochte ich gerne.

Welches Erlebnis, welche Szene oder Situation verbinden Sie bis heute mit der Serie bzw. ist Ihnen bis heute in Erinnerung geblieben?
Björn: Natürlich mein Serientod. Obwohl ich gar nicht mehr weiß, wie genau „Mienchen“ gestorben ist. Aber ich erinnere mich noch, dass ich dann in einer Traumsequenz lächelnd gewunken habe.

Besteht noch Kontakt zu ehemaligen Kollegen?
Björn: Nein. Gar keiner. Auf Facebook beziehungsweise Instagram, wo man mich finden kann, bin ich mit einigen noch verbunden. Aber gehört habe ich eigentlich nichts mehr von den Kollegen.
Mehr Infos, die Tourtermine und mehr findet ihr auf seiner Website www.casapietra.de sowie bei Instagram.

Interview: offizieller „Unter uns“-Fanclub